Das Abgründige Tor 29

Das Abgründige Tor 29

17. August 2022 Allseele to go - Mehr Frieden geht immer Neutrino Wetter 0
Human Du Sein - Tor 29 - Das Abgründige

 

Die beharrliche Verbindlichkeit, die neue Erfahrungszyklen bejaht.

64keys zum Tor 29 – Die Verbindlichkeit vom 17.-23.8.

Bereich: Q3 – Beziehung (Dualität)
Energiezentrum: Lebenskraft – Sakral (Partnertor 30)
Schaltkreis: Kollektiv Sinnfinden – zyklisch – Erfahrungen
Aminosäure / Organ: Valin / Kreuzbeingeflecht
Codongruppe: Ring of Union (47, 29, 59)

Human Design Tor Namen:

  • I Ging Hexagramm & Ursprung: Das Abgründige
  • Human Design System: Das Tor des Ja-Sagens
  • Gene Keys: Schatten = Halbherzigkeit – Potenzial = Verbindlichkeit – Licht = Hingabe
  • 64keys: Verbindlichkeit

Schattenspiel Kontemplationen zum Gene Key 29:

Seit 9. Mai haben Jens und ich folgende Gene Keys kontempliert …

Tor 23 Zersplitterung – Tor 8 Zusammenhalt – Tor 20 Betrachtung – Tor 16 Begeisterung
Tor 35 Fortschritt – Tor 45 Sammlung – Tor 12 Angemessenheit – Tor 15 Bescheidenheit
Tor 52 Stillhalten – Tor 39 Hemmnis – Tor 53 Entwicklung – Tor 62 Des Kleinen Übergewicht
Tor 56 Der Wanderer – Tor 31 Die Einwirkung – Tor 33 Der Rückzug – Tor 7 Das Heer
Tor 4 Die Jugendtorheit

Prominente Menschen mit dem Sonnentor (Lebenswerk) der Verbindlichkeit waren/sind: Coco Chanel, Bill Clinton, Paul Coelho, Indira Gandhi (Tochter Nehrus), Hubert von Goisern, Luc Montagnier, Jawaharlal Nehru (Vater Indira Gandhis), Wilhelm Heinrich Schüßler, Peter Tosh uvm.

Wenn Du Dein Human DSein Sonnentor und komplettes 64keys Kraftfeld kennenlernen magst bekommst Du es hier.

Vorgelesene Kontenplation

Mein Kontemplations Abgrund 

Gene Key 29 - Der Schatten der Halbherzigkeit - Human Design Tor 29 - Susanne Steuer - Nana Mara

Gene Key 29 – Der Schatten der Halbherzigkeit – Human Design Tor 29 – Susanne Steuer – Nana Mara

Über 111 Tage und hiermit dem 18. immer tiefergehenden Eintauchen in die Gene Keys von Richard Rudd zeigen mir derweil eine für mich persönlich ungeahnte Entwicklung. Je mehr ich in die Kontemplation jedes einzelnen Tores im Sonnenverlauf vertiefe, desto mehr wächst die Gewissheit, dass jede einzelne der 64 Archetypen tatsächlich …

  • 64 Qualitäten der Liebe (Lichtfrequenz, Siddhi, Vervollkommnung & Frucht)
  • 64 Qualitäten der Geschenke (Potenzialfrequenz, Gabe & Pflanze)
  • 64 Qualitäten der Ängste (Schattenfrequenz, & Same im Dunkeln)

für jede*n von uns eine mehr, oder minder große oder kleine Bedeutung für das reale Leben hat. Schon die Quelle des Human Design Systems und auch der Gene Keys besagen, dass durch die (zufallende) Übereinstimmung der 64 I Ging Hexagramme mit den 64 DNA-Codons und damit verbundenen Aminosäuren, jedes der Tore relevant für uns ist.

Der Abgrund, der sich mir auftut, hängt mit der Tatsache zusammen, dass ich so tief mit so vielen der Gene Keys in kontemplative Resonanz gehen kann, obwohl die meisten in meinem persönlichen Human Du Sein, eigentlich kein aktiviertes*n Tor bzw. Genschlüssel darstellen. Wie kann das sein, dass Kontemplation mich so tief in Resonanz mit einer Qualität bringt, die ich laut Konzept des Human Designs gar nicht aktiviert habe? 15 Jahre waren diese Konzepte für mich wahre & bare Münze.

So habe ich mir, durch Susanne Steuer, die mit ihren visuellen Kontemplationen zu unserem Blogformat beiträgt, auch das sogenannte “Siderische Human Design” angeschaut.

Human Design tropisch vs. Human Design siderisch (Geneticmatrix.com)

Human Design tropisch vs. Human Design siderisch (Genetixmatrix.com)

Diese andere “astronomische” Berechnungsweise hat eine vermeintlich andere Sternzeichenzuordnung. Sprich, es gibt Human Du Sein Anhänger*innen, die durch og. andere Berechnungsweise des Human Designs auch zu anderen Ergebnissen kommen, wie Du an meinem Chartvergleich sehen kannst. Dem siderischen Konzept zufolge wäre ich kein Initiator (Manifestor) mit 6/2er Profil und der Mission der Erziehung, sondern ein Spezialist (Manifestierender Generator) mit 4/6er Profil und der Mission des Schlafenden Phönix.

Einerseits völlig verwirrend und andererseits eine für mich auch logische Folge meiner kontemplativen Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Gene Key. Mir bestätigt dieses siderische Konzept noch mehr das Gedankenexperiment der Katze Schrödingers. Siehe Geschenk des Tores 4, dem wahren Verstehen jenseits der Intoleranz.

Auflösung der Konzepte – Falle ich jetzt im freien Flug ins Bodenlose?

Ich überschrieb den Samen der Intoleranz, der aus dem Dunkel des Schattens heraus in lichtere Gefilde des Verstehens zu wachsen beginnt, mit “Die 3 Seiten einer Medaille”. Wer meinen biografischen Human Du Sein – Lebenslauf kennt oder gelesen hat, warum ich die Konzepte mische, weiß, dass ich vom klassischen HDS, über Penta Design, Integral Human Design (Mutter meiner Tochter), 64keys, den Gene Keys und der Pearl Sequenz und jetzt auch noch tropischer und siderischer Berechnungsmethodik einiges an konzeptionellen Erklärungen auf (Erfahrungs-) Lager habe.

Und jep, es geschieht gerade. Sie lösen sich alle mehr und mehr auf.

Der mit Potenzial – Samen angefüllte Abgrund, den ich sehe, ist der gigantische Raum dessen, was uns alle miteinander verbindet.

So sehr uns die überaus hilfreichen Konzepte uns darin unterstützen unserer Individualität bewusst zu werden und wir hoffentlich dadurch auch unseren indiviuellen Platz im synergetischen Menschheitskonzert einnehmen können, so wenig unterstützen die Konzepte darin, das eigentlich Verbindende jenseits aller Konzepte zu erfahren und zu leben.

Meine anfängliche Halbherzigkeit im Projekt #AllSeele2Go

Als ich die Serie mit Jens Dewers im Mai begann, gab es ein commitment es mal als Test auszuprobieren, uns mit- oder nebeneinander auf ein aktuelles Thema zu fokussieren. Es  gab aber kein Ziel, außer der Erfahrung an sich. Nur das gegenseitige commitment, zu starten. Dass daraus ein kompletter Zyklus des Sonnen-Neutrino-Kinos werden würde, war mir im Mai nicht klar. An ein Commitment einer einjährigen Kontemplation für jeweils ca. 6 Tage, nebst Schreiben, Beitragsheader erstellen, Bloggen, Bit.ly-Links, Social-Sharings bei FB & LinkedIn, Newsletter & neuerdings auch Vertonung hatte ich nicht gedacht.

45 Tage Handlung in Verbindlichkeit

Schon oft im Leben hatte ich (Erfahrungs-) “Abgründe” zu überwinden. Kannst Du gerne zur Qualität meiner Sonne, dem Genschlüssels 12.6 (METAMORPHOSE – Offener Ausdruck von Wandel und Veränderung) nachlesen.

Im beruflichen Kontext, habe ich bei allen bisher erfahrenen Abgründen niemals so viele Samen, aus denen so viele wundervolle Lebenswerke (bewusste Sonne) entstehen können, mitten in meinem persönlichen Abgrund, beginnender Konzeptauflösung, gesehen.

Diese wunderschönen, im unbekannten Dunkel verborgenen Samen (Schatten) geben mir eine Zuversicht. Auch wenn ich überhaupt keine Ahnung habe, was die beschriebene HDS Konzeptauflösung mit meinen nebenberuflichen Human Du Sein Beratungen macht, wird sich etwas entwickeln, dass es wert ist diesen Jahreszyklus mit Jens durchzuhalten.

Die repressive Natur der Überverbindlichkeit war genau meine große Sorge, weswegen ich mich seit meiner Zeit als B2B-Social-Network-Blogger keinem solchen Projekt mehr geöffnet habe. Denn durch regelmäßiges Bloggen und Schreiben 3er Bücher hatte ich mir exakt die Nerven entzündet, die dieser Genschlüssel physiologisch anspricht.

Die reaktive Natur der Unzuverlässigkeit und Angst vor der Verbindlichkeit eigenen Entscheidungen mit 100% igem JA, führt dazu, dass (Lebens-) Zyklen immer wieder vor ihrem natürlichen Ende abgebrochen und beendet werden. Insbesondere dort, wo es um menschliche Beziehungen im Privat- und Berufsleben geht.

Sowohl der 29. Genschlüssel, als auch sein Programmpartner, Hexagramm 30 – Das Feuer gehören zum zyklischen, erfahrungsorientierten Schaltkreis des Sinnfindens. So spielt das Feuer nach neuen Erfahrungen, also auch neu einzugehenden (halbherzigen) Verbindlichkeiten kürzerer und längerer Zyklen. Der wichtigste physische Zyklus ist der, durch Austausch des kompletten Zellmaterials unseres Körpers binnen 7 Lebensjahren. Ich schrieb schon 2-fach (hier & hier) über solche Zyklen. Es aber auch z.Bsp. so kurze Beziehungszyklen, wie einen One-Night-Stand.

Das Geschenk der Verbindlichkeit

Grundsätzlich geht es mit dem 29 Genschlüssel um das “JA zu etwas zu sagen”.

Jedes in einem vielleicht verbal ausgedrückten Ja, das ein klitze-kleines-bisschen VIELLEICHT beinhaltet, ist kein 100% iges JA.

Dir wird das Thema “Bauchstimme” im Zusammenhang mit (Manifestierenden-) Generator*innen sicher in Erinnerung sein. Tor 29 ist ein sakrales Tor, das entweder Kraft für etwas hat, oder halt auch nicht.

Wie gesagt, ein Vielleicht kennt die Lebenskraft nicht.

Wie auch schon beim vergangenen Partnertor, ist die 30 mit ihrer Feurigkeit eine hochemotionale Frequenz, die etwas “haben*tun” will (Schatten der Begierde). Bei einer Frequenzanhebung einer von beiden, kann der feurige Same aus dem Schatten in Richtung Licht, der Gabe der Leichtigkeit  wachsen.

Eigentlich bin ich aufgrund oben beschriebener Auflösung der Konzepte tatsächlich (neben-) beruflich verunsichert. Und doch vertraue ich auf die unsäglich unbekannte Schönheit dieser kontemplativen Reise durch m.einen Abgrund so vieler wundervoller (Erfahrungs-) Samen und daraus erwachsenden (Erfahrungs-) Pflanzen.

Insbesondere in unseren privaten Beziehungen können wir sehen, wie unsere Unverbindlichkeit, also jedes nicht 100%ige JA zu Störungen bis hin zu frühzeitigen Abbrüchen innerhalb unserer Beziehungen führen kann. Und dabei geht es gar nicht um moralische Aspekte wie “bis dass der Tod uns scheidet”. Denn wir betrachten das Ende von Beziehungen oft als Scheitern. Tor 29 gehört wie die beiden vorherigen 4 (Die Jugendtorheit) & 7 (Das Heer), sowie der nächste Genschlüssel Tor 59 (Die Auflösung) zum Ring der Vereinigung, der auf biochemischer Ebene unser Beziehungswesen steuert.

Das JA der Ursprung vom Glück und das Jain des Unglücks

Nein, es geht darum, dass wir einen natürlichen Zyklus nicht bis zum Ende gehen (können) und dadurch immer wieder “Zurück auf Los” müssen, um uns so oft zu wiederholen, bis wir einen Erfahrungszyklus zu Ende gebracht haben. Die Frage ist, ob wir unsere Beziehungen in 100%iger Verbindlichkeit begonnen haben. Haben wir das 100%ige JA gegeben, so wird diese Beziehung auch alle emotionalen Turbulenzen durchdauern können.

Gleiches gilt selbstverständlich auch für unsere geschäftlichen Verbindungen, wie ich aktuell ebenso mit 1-2 Projekten erfahren darf. Dem “Neutrino-Himmel” sei Dank, dass ich so rechtzeitig erkennen darf, ob und wofür ich ein verbindliches JA habe. Vor einigen Jahren noch wäre ich, weil ich unbedingt etwas haben will (30 Feurigkeit) halbherzige Kompromisse eingegangen, die 1995 gar zum Konkurs meiner GmbH führte.

Wir können uns nur mit unserer inneren Ausrichtung in Wahrhaftigkeit in Einklang bringen und darauf vertrauen, komme, was da wolle und der Natur erlauben, für alles andere zu sorgen. Richard Rudd

Vervollkommnung in tantrischer Hingabe

Wie schon in bei allen vorherigen Lichtfrequenzen beschrieben, gibt es in der Potenzialfrequenz immer auch den irdischen Anteil des Selbst. Und je höher wir in die Lichtfrequenz kommen, desto mehr löst sich dieser Selbstanteil auf. Er gibt sich komplett dem großen Ganzen hin. Falls Du schon mal einem Guru, lebenden Meister oder Idol ander Ausrichtung gefolgt bist oder Menschen in Deinem Umfeld beobachtet hast, die das taten oder tun, hast Du diese (fast) absolute Hingabe sicher schon wahrnehmen können. Vielleicht hast Du dabei sogar kopfschüttelnd zugeschaut.

In dieser fast absoluten Hingabe ist immer noch ein Selbst, denn es gibt den*die Verehrer*in und den*die Verehrte*n. Das Subjekt ist trotz aller Hingabe noch immer getrennt vom Objekt.

Der Quantensprung der Vervollkommung der 29. Qualität der Liebe liegt darin, dass Vereher*in und Verehrte*r eins werden und somit selber durch komplette Auf- und Hingabe selber zur Qualität des*der Verehrten werden. Durch Hingabe in Verzückung (Siddhi des Partnertores 30) werden Menschen, die diese Lichtqualität erreicht haben, zu wahren Lichtgestalten denen schwer NEIN gesagt werden kann. Ich bin mit Maitreya Dadashreeji ein paar mal einer solchen Lichtgestalt begegnet, habe ihn mehrere Jahre hingebungsvoll verehrt, seiner Organisation gedient und mich dabei fast vergessen. Bis dass dieser Zyklus natürlich für mich beendet war. 

Der Pfad der tantrischen Hin-Gabe

Tantra wird sehr oft als sexuelle Praktik mißverstanden. In der “normalen” Sexualität gibt es meist das Ziel der Entladung der sexuellen Energie (Erregung) in einem Höhepunkt. Doch Tantra hat nicht das Ziel einer “Entladung”, sondern macht den Weg der absoluten Hingabe  der Herzenergie zum Ziel. Absolute Verbindlichkeit in den Weg, nicht dem Ergebnis kann zu “göttlicher Sexualität” also hingebungsvoller Vereinigung mit dem Göttlichen führen. Ich möchte an dieser Stelle nicht in persönliche Details gehen, daher nur soviel, wenn ich auf meine letzten anderthalb Jahre Beziehungsleben zurückschaue, so kann ich nur sagen, dass ich solche Erfahrungen jenseits von Höhepunkten niemals für möglich gehalten hätte.

In religiösen Kontexten “sakraler Beziehungen” ist es die absolute Verbindlichkeit in Anbetung und Gebet. Doch solange es ein angebetetes Objekt im Aussen gibt, ist die Vervollkommnung nicht erreicht. Nur ein Quantensprung indem der*die Verehrer*in sein*ihr Selbst verliert führt zur göttlichen Vollkommenheit.

Die Botschaft des Siddhi ist:

Vertrauen vor allem anderen auf Dein Herz und sorge Dich niemals um Konsequenzen, denn hingegeben zu sein bedeutet, für immer im Schoß des Göttlichen zu ruhen. Richard Rudd

P.S.: Abschliessend fällt mir noch ein, dass ich oft gefragt werde, warum ich im Hauptberuf Tagesvater geworden bin. Die Antwort ist verbindliche Hingabe. Trotz so vieler beruflicher Erfahrungen und Skills konnte ich mangels Studium keinen Job finden. Also habe ich mein Leben in einem Ritual mit og. Meister hingegeben im Vertrauen, dass das Universum den Beruf für mich finden wird, den ich bis zum “Ende” mit Hingabe leben werde. Die einzige Türe die das Universum für mich geöffnet hat nenne ich heute Tagesmutter mit Bart.

Jens Dewers zum I Gene des Abgründigen
AllSeele2Go – Mehr Frieden geht immer

Das Abgründige – Das Wasser

Wasser steht häufig als Symbol für Gefühle und dazu passt dann auch die zweite Bezeichnung dieses Zeichens im I Ging: Das Abgründige. Für vorwiegend rational orientierte Menschen können die Gefühle wie etwas gefährliches wirken, auf deren abgründige Tiefe sie sich nur ungern einlassen.

„Wozu brauch´ ich Gefühle?“, fragt der Kühle und bereitet sich gewissenhaft auf seinen Alltag vor. Auf seinen halbwegs berechenbaren, aber auch elend langweiligen und öden Alltag (Vorsicht: Gefühle!). Auf triste (noch ein Gefühl!) Routinen. Auf einen halbherzig und mechanisch ausgeführten Job mit anschließendem Fernsehabend. Gefühle? Nö, die braucht er (oder sie) nicht. Die werden eingetauscht gegen vermeintliche Sicherheit. „Ich will so bleiben, wie ich bin!“, trällert der Werbesong für die Joghurtschokolade und trifft damit voll den Nerv, umschmiert ihn mit Zucker und bringt damit eventuell aufkommende Gefühle wirkungsvoll zum Schweigen. Nein, es ist nicht nur Zucker und Schokolade, es sind auch Kekse, Chips und Cräcker, Zigaretten, Alkohol und Tabletten, Tratsch, Unterhaltungsprogramme und Nachrichten. Aber wehe! Wehe der Nachbar mäht nicht seinen Rasen. Wehe der „Nazi“ trägt nicht seine Maske oder wehe Meiers Kinder spielen zu laut Fussball… Dann überhitzt der Kühle und wird zur Beute seiner Gefühle. Gefühle, die ignoriert oder unterdrückt werden, sind nicht weg. Sie sammeln sich unter der Oberfläche, füllen den inneren Raum und fließen irgendwann über. Wie das Wasser, das fließend tiefe Stellen ausfüllt und schließlich überfließt und alles mit sich reißt, wenn der Damm bricht.

Unterdrückte oder betäubte Gefühle zeigen sich auch irgendwann, wenn der Damm der Berechenbarkeit und teuer gekauften Sicherheit bricht. Sie zeigen sich dann in neuem Gewand. Sie zeigen sich beispielsweise als Gallenstein oder Herzinfarkt, als Streit oder als Wutausbruch. Oder als irgendwas anderes, was Dir genau so wenig gefällt, wie die gerade genannten Beispiele. Irgendwie kommen Gefühle immer raus. Verlass Dich drauf! Du bist nicht stark genug, um das zu verhindern. Niemand ist das. Es macht also keinen Sinn, Gefühle zu unterdrücken oder vor ihnen zu fliehen.

Wenn der Verstand das erst einmal geschnallt hat, bist Du einen Schritt weiter. Jetzt ist der Verstand offen für Alternativen. Allerdings wird Dein Verstand insgeheim wahrscheinlich weiter versuchen, Dich nach seiner Maxime auszutricksen, die da heißt: „Keine Gefühle => kein Stress => kein Ärger!“

Pass auf, was jetzt kommt, wird vielleicht ein Wechselbad der Gefühle auslösen. Dein Verstand wird es entweder lieben oder hassen, oder (und das ist am Wahrscheinlichsten) es wird zunächst eine Hassliebe. Wenn Du also seine bedingte Offenheit ausnutzen willst, brauchst Du sehr überzeugende Argumente. Vielleicht indem Du ihm einen Weg mit Gefühl zeigst, der wenigstens den Stress eliminiert, der durch den sinnlosen Versuch der Stressvermeidung zwangsläufig überhaupt erst entsteht. Dieser Weg funktioniert nach einer anderen Maxime, die da lautet: „Widerstand ist zwecklos!“

Wenn Du es schaffst, Deinen Verstand zu einem Abenteuer zu überreden, welches ihm jede Menge Stoff zum Analysieren bietet, ist er vielleicht zu einem kleinen Experiment bereit. Dieses Experiment verlangt vom Verstand und von Dir die Verpflichtung, nicht mehr vor irgendwelchen Gefühlen in altbekannte Süchte zu flüchten, sondern sich/Dich ihnen zu stellen, sie auszuhalten, sie zu durchleben und sie dabei ganz zu fühlen. Während Alledem hat Dein Verstand die Aufgabe, das Erleben einer nüchternen Analyse zu unterziehen. Willst Du das, während der nächsten sechs Tage, einmal ausprobieren? Am Ende dieser sechs Tage ziehe eine erste Bilanz. Frage Dich danach:

Hat es mich bereichert, oder habe ich etwas verloren?
(Wenn Du nicht sicher bist, dann mach doch einfach noch weiter;-))

Solltest Du einen Gewinn verbuchen können, bist Du der Hingabe ein Stück weit näher gekommen. Wer weiß, vielleicht wird Dich die entstehende Ruhe oder Langeweile sogar dazu bringen, zu meditieren, Yoga oder Sport zu machen oder einen Waldspaziergang, bei dem Du plötzlich die Schönheit der Natur und den Frieden wiederfindest, die Du längst verloren glaubtest?! Momentan mag der Fluss der Hingabe Dich noch nicht so stark anziehen, dass Du bereit wärest, Dich von ihm tragen zu lassen. Macht nix. Jeder Weg beginnt mit einem Schritt. Mehr zu erwarten oder mehr von Dir selbst zu verlangen, wenn Du noch nicht bereit dafür bist, erzeugt nur wieder Stress. Vielleicht hilft Dir dieses chinesische Sprichwort auf Deinem Weg:

„Hast Du es eilig, dann geh langsam!“

Alles ist gut. „Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück“ ist gut. „Dreh Dich im Kreis!“ ist auch gut. Wieder zwei Schritte vor und meinetwegen genauso viele Schritte zurück ist ebenfalls gut. Wie wäre es mit einem Wiegeschritt? Vielleicht zwei oder drei Pirouetten? Auch nicht schlecht. Tanze einen zärtlichen Tanz mit Dir selbst und dem Leben.

Du bist gut, so wie Du bist!

 

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